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Aktion Mensch: Schulische Inklusion

Ausgewählte Ergebnisse

  • Zehn Jahre nach Ratifizierung der UN-BRK besteht in der Breite der bundesdeutschen Bevölkerung ein hohes Maß an Zustimmung zu den Zielen einer vollen und wirksamen Teilhabe beeinträchtigter und behinderter Menschen an der Gesellschaft. Inklusion ist als wünschenswertes Ziel hoch akzeptiert.
  • Sofern es um ganz allgemeine gesellschaftliche Auswirkungen – wie soziales Miteinander oder Toleranz – geht, wird die Idee der inklusiven Schule von der Bevölkerung Deutschlands mehrheitlich positiv beurteilt.
  • Zurückhaltender wird der inklusive Unterricht jedoch dann beurteilt, wenn es um Fragen der Förderung der Kinder geht. Ein inklusives Schulsystem erhöhe zwar die Chancengleichheit, gleichzeitig gibt es aber auch die Befürchtung, dass Kinder mit unterschiedlichen Leistungsniveaus nicht gleichermaßen gefördert werden können.
  • Alles in allem zeigt sich die Bevölkerung auch mit Blick auf die konkrete Umsetzung schulischer Inklusion noch vergleichsweise kritisch. Lehrende Fachkräfte werden nicht als hinreichend gerüstet gesehen, zudem sieht man Klassengrößen und Personalausstattung als nicht adäquat an. Eltern, die bereits selbst Erfahrungen mit Inklusionsschulen haben sammeln können, sind in ihrem Urteil etwas positiver, sehen aber ebenfalls das Lehrpersonal noch vor großen Herausforderungen.
  • Im Hinblick auf die Ergebnisse der Zusatzanalyse auf Basis der NEPS-Daten zeigt sich, dass der tatsächliche Übergang von der Regelschule in eine Ausbildung oder ein Studium nach inklusiver Beschulung ebenso gut gelingt wie bei nicht inklusiver Beschulung. Eine Ausnahme bildet dabei die Hauptschule. Der Befund belegt, dass trotz derzeit noch schwieriger Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Umsetzung schulischer Inklusion, eine nachteilige Wirkung auf den Übergang in eine Ausbildung bzw. in ein Studium gemeinsam beschulter Kinder nicht zu beobachten ist.

Die Aktion Mensch hat gemeinsam mit der Wochenzeitung DIE ZEIT und dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft die Studie zum Thema „Schulische Inklusion“ durchgeführt und im März 2019 veröffentlicht.

Die repräsentative Umfrage setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

Zum einen hat infas im Februar 2019 eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe von rund 1.500 Erwachsenen nach ihren Einstellungen zu gesellschaftlicher und schulischer Inklusion und deren Folgen befragt. In der Stichprobe waren Eltern überproportional vertreten, darunter auch Eltern schulpflichtiger Kinder mit und ohne Inklusionserfahrung.

Zum anderen wurden für die Studie bestehende Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) ausgewertet. Für die NEPS-Studie wurden von 2009 bis 2016 unter anderem insgesamt 11.755 Schülerinnen und Schüler mehrfach befragt.