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Inklusionsbarometer Arbeit 2018

Ausgewählte Ergebnisse

  • 2017 sinkt die Zahl der Arbeitslosen mit einer Behinderung erneut auf ein Rekordtief von 162.373 (Vorjahr: 170.508) Suchenden.
  • Gleiches gilt für die Arbeitslosenquote Schwerbehinderter, sie liegt bei 11,7 (12,4) Prozent.
  • Dennoch: der Abstand zur allgemeinen Quote (5,7 Prozent) der Menschen ohne Behinderung hat sich in diesem Jahr erstmals wieder vergrößert.
  • Weitere Probleme: Arbeitslose mit Behinderung suchen trotz leichter Verbesserung noch immer durchschnittlich 366 (377) Tage nach einer Beschäftigung. Das sind 104 Tage länger als Nicht-Behinderte.
  • Auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist mit 44,4 (45,8) Prozent deutlich höher als bei Menschen ohne Behinderung (35,6 Prozent).
  • Das Dilemma: die Dauer der Arbeitslosigkeit wirkt – neben dem Lebensalter und der Schwerbehinderung – zusätzlich als wesentliches Vermittlungshemmnis.
  • Auch die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter sinkt leicht von 4,69 auf 4,67 Prozent. Ein Grund dafür ist eine steigende Anzahl von Unternehmen (um rund 4.000 auf 160.220 Betriebe). Die Zahl der unbesetzten Pflichtarbeitsplätze erhöht sich dabei auf 37.182 (32.000).
  • Bilanz:
    Von 2013 bis 2017 hat Aktion Mensch das Inklusionsbarometer Arbeit mit Inklusionslage und Inklusionsklima (Umfrage bei Unternehmen und schwerbehinderten Beschäftigten) veröffentlicht: Es zeigt sich, dass sich die Inklusionslage und das Inklusionsklima im Laufe der Jahre deutlich verbessert haben. Dennoch profitieren Menschen mit Behinderung nicht im gleichen Ausmaß von der guten konjunkturellen Lage. Sie sind häufiger und deutlich länger arbeitslos als Menschen ohne Behinderung. Die Kenntnis und Nutzung staatlicher Förderung nimmt wieder ab. Gerade kleine Unternehmen haben hier erhöhten Beratungs- und Unterstützungsbedarf.

(veröffentlicht im November 2018)

Das Handelsblatt Research Institute erstellt das "Inklusionsbarometer Arbeit" jährlich im Auftrag der Aktion Mensch. Es ist ein Instrument zur Messung von Fortschritten bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

In der Ausgabe 2018 wertet die Studie vorhandene statistische Daten zu schwerbehinderten Menschen aus, zum Beispiel die Beschäftigungsquote, die Arbeitslosigkeit, Anträge auf Kündigung und die Besetzung von Pflichtarbeitsplätzen.