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Inklusionsbarometer Arbeit 2017

Ausgewählte Ergebnisse

  • Die Inklusion am Arbeitsmarkt macht weiter Fortschritte. Die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung sinkt auf rund 170.508 (Vorjahr: 178.809). Ihre Arbeitslosenquote hat sich ebenfalls verbessert, auf einen Wert von 12,4 (13,4) Prozent.
  • Schwerbehinderte ohne Job suchen 109 (2016: 101) Tage länger als Nicht-Behinderte nach einer neuen Beschäftigung. Erstere benötigen im Durchschnitt mehr als ein Jahr (377 Tage), um eine neue Stelle zu finden.
  • Die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter stagniert bei 4,69 Prozent – und liegt damit knapp unter der gesetzlichen Vorgabe von fünf Prozent. Diese Quote weist den Anteil der Mitarbeiter mit Handicap in den Unternehmen aus. Grund für die Stagnation ist die steigende Zahl von Unternehmen, die unter die Beschäftigungspflicht fallen, aber keine Menschen mit Behinderung einstellen. Diese legte um 3.500 auf 156.306 zu.
  • Immerhin: Die Zahl der besetzten Pflichtarbeitsplätze ist im gleichen Zuge auf ein Rekordhoch von 1,058 Millionen besetzten Plätzen gestiegen – ein Plus von 15.000. Weitere 167.700 Menschen sind in Betrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern beschäftigt.
  • Unternehmen, die Personal mit Behinderung beschäftigen, machen gute Erfahrungen. Die Mehrheit (78 Prozent) bestätigt, dass zwischen Beschäftigten mit und ohne Behinderung keine generellen Leistungsunterschiede bestehen. Dennoch scheut bundesweit fast ein Viertel der Firmen den bürokratischen Aufwand, die staatliche Förderung in Anspruch zu nehmen - obwohl diese die Angebote kennen. Darüber hinaus fehlt 39 Prozent der kleinen Unternehmen, die Menschen mit Behinderung bereits beschäftigen, das Wissen um Förderungsmöglichkeiten.
  • In der Gesamtbetrachtung des Inklusionsklimabarometers setzt sich Nordrhein-Westfalen im regionalen Vergleich erstmals an die Spitze – vor die Regionen Mitte, Ostdeutschland, Norddeutschland und Süddeutschland. Der Sprung von Platz vier auf Platz eins gelingt auch deshalb, weil 60 Prozent der Arbeitnehmer die staatliche Förderung mit gut oder sehr gut bewerten. Zudem ist 91 Prozent der befragten Unternehmen die Förderung bekannt, 85 Prozent nutzen die Angebote auch (Deutschland: 75 Prozent). Ebenfalls herausragend ist der relativ hohe Anteil von 46 Prozent der Unternehmen mit schriftlichen Grundätzen zur Integration von Angestellten mit Behinderung (Deutschland: 33 Prozent).

(veröffentlicht im Dezember 2017)

Für das Inklusionsbarometer Arbeit 2017 hat das Handelsblatt Research Institute bei einer repräsentativen Umfrage 503 mittelständische Unternehmen und 803 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung befragt. Zugleich sind die jüngsten Zahlen aus verschiedenen Quellen wie der Bundesagentur für Arbeit in die Bewertung eingeflossen. Das Barometer setzt sich aus Teilergebnissen zur Inklusionslage und zum Inklusionsklima zusammen.