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Blindheit und Sehbehinderung

1. Statistik der schwerbehinderten Menschen

Ende 2017 waren laut Schwerbehindertenstatistik 72.752 schwerbehinderte Menschen blind, 47.563 waren hochgradig sehbehindert und 230.507 hatten eine sonstige Sehbehinderung.

Insgesamt waren das 350.822 Menschen.

2. Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Sehbeeinträchtigungen

Ausgewählte Ergebnisse

  • Mehr als ein Fünftel der befragten Erwachsenen gibt Schwierigkeiten im Bereich Sehen an. Die Sehschwierigkeiten werden überwiegend als »leicht« eingeschätzt.
  • Frauen berichten Sehschwierigkeiten signifikant häufiger als Männer. Der vollständige Verlust der Fähigkeit, Zeitung zu lesen oder eine Person in 4 Metern Entfernung zu erkennen, ist bei Frauen wie Männern sehr selten (etwa 1 %).
  • Eine deutliche Zunahme von leichten und großen Sehschwierigkeiten ist bei Frauen und Männern ab einem Alter von 45 Jahren zu beobachten. Bei den ab 65-Jährigen geben schließlich 37 % der Frauen und 29 % der Männer eine Beeinträchtigung oder den Verlust des Sehvermögens an.
  • Die Sehfähigkeit variiert bei Männern und Frauen mit dem Bildungsstatus. Bei Frauen ab einem Alter von 30 Jahren und bei Männern zwischen 30 und 64 Jahren sind Sehschwierigkeiten in der unteren Bildungsgruppe signifikant stärker verbreitet als in der oberen Bildungsgruppe.

In der Studie "Gesundheit in Deutschland aktuell 2012" (GEDA 2012) gaben über 19.000 Befragte zwischen Februar 2012 und März 2013 Auskunft zu ihrem Gesundheitszustand, ihrem Befinden, ihren Lebensgewohnheiten und ihren Lebensumständen. Die Ergebnisse wurden 2014 veröffentlicht.

3. Die unsichtbare Mehrheit: Eine EU-Studie zur Nichterwerbstätigkeit von Blinden und Sehbehinderten

Ausgewählte Ergebnisse

  • keiner der untersuchten Mitgliedsstaaten außer Schweden hat auch nur annähernd eine Erwerbsquote von 50 % bei blinden und sehbehinderten Menschen erreicht
  • stattdessen kämpfen die meisten von ihnen noch immer um die Erzielung oder Beibehaltung einer Quote von um die 33 %

Dieser 2013 veröffentlichte Bericht beschäftigt sich mit Arbeitsvermittlungsdiensten für Blinde und Sehbehinderte in Schweden, Deutschland, Rumänien, Polen, Österreich, den Niederlanden und Frankreich und deren Auswirkungen auf die Zielgruppe. Er ist innerhalb des EU-Programms für Beschäftigung und soziale Solidarität, PROGRESS (2007-2013) entstanden.