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Leistungen der Eingliederungshilfe

1. Destatis: Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

Ausgewählte Ergebnisse 2015

  • im Jahr 2015 erhielten in Deutschland rund 883.000 Personen Eingliederungshilfe für behinderte Menschen
  • die Zahl der Empfänger stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,7 %
  • die Leistungsberechtigten waren im Durchschnitt 34 Jahre alt
  • Für die Leistungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen wurden 15,6 Milliarden Euro netto im Jahr 2015 aufgewendet. Das war über die Hälfte (56 %) der gesamten Ausgaben für die Sozialhilfe nach dem SGB XII in Höhe von 27,7 Milliarden Euro netto.

Die Sozialhilfestatistik liefert Ergebnisse über die Zahl und Struktur der Sozialhilfeempfänger sowie über die mit den Hilfeleistungen nach dem SGB XII verbundenen finanziellen Aufwendungen.

Die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ist eine Leistung der Sozialhilfe. Es gilt der Grundsatz der Nachrangigkeit, das heißt, Sozialhilfe wird nur geleistet, wenn die betroffene Person sich nicht selbst helfen kann oder die notwendige Unterstützung nicht durch vorrangige Dritte (z. B. Angehörige oder Sozialversicherungsträger) erlangen kann.

Die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen nach dem SGB XII wird - je nach individuellem Bedarf und benötigten Leistungen - entweder durch die örtlichen Träger der Sozialhilfe (Kreise und kreisfreie Städte) oder durch überörtliche Träger der Sozialhilfe erbracht.

(Stand: Dezember 2016)

2. Kennzahlenbericht der überörtlichen Sozialhilfeträger

Ausgewählte Ergebnisse 2014

  • Ende 2014 waren bundesweit 302.007 Personen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung beschäftigt oder besuchten eine Tagesförderstätte, das sind 5.986 Personen oder 2 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor.
  • Im durch die Sozialhilfe finanzierten Arbeitsbereich der Werkstätten arbeiteten Ende 2014 insgesamt 268.409 Menschen.
  • Zwischen 2007 und 2013 stieg die Zahl der Menschen in Werkstätten durchschnittlich um 5 Prozent. Dieser Anstieg hat sich seit 2008 jedoch stetig abgeflacht und machte im Jahr 2014 mit 4.534 Menschen im Vergleich zum Vorjahr noch 1,7 Prozent aus.
  • Die Teilzeit-Quote im Arbeitsbereich der Werkstätten betrug 10,2 Prozent (Vorjahr: 6 Prozent).
  • Die Gesamtausgaben aller deutschen Sozialhilfeträger für WfbM-Leistungen betrugen 2014 insgesamt 3,9 Milliarden Euro (ein Plus von 157 Millionen Euro oder 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Fallkosten lagen bei rund 14.700 Euro (ein Plus von 343 Euro oder 2,39 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
  • Für den Bereich der Tagesförderstätten wurden im Kalenderjahr 2014 rund 731 Millionen Euro ausgegeben (eine Plus von 58 Millionen Euro oder 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS) hat im Februar 2016 ihren Kennzahlenvergleich für das Berichtsjahr 2014 online veröffentlicht. Darin befasst sie sich mit den bundesweiten Trends und Entwicklungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung.

Im Fokus des Kennzahlenberichts stehen die Hilfen zum ambulanten und stationären Wohnen und die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur Beschäftigung (Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Tagesförderstätten). Diese Hilfen machen den weitaus größten Anteil an den Gesamtausgaben der Eingliederungshilfe im Bundesgebiet aus (ca. 75 Prozent).

Der Kennzahlenvergleich der Eingliederungshilfe von BAGüS/con_sens diente u. a. als Datengrundlage für die Erarbeitung des Entwurfs für ein Bundesteilhabegesetz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.